26.04.1986

Tschernobyl - Tihange

20210425_131912 (c) Veranstalter
20210425_131912
Datum:
So. 25. Apr. 2021
Von:
Wilfried Hammers

Es war, wie am Poster zu erkennen und auch noch auf der Bilderliste dieser Homepage zu sehen ist, der 25. Juni 2017, als auch wir uns in der Pfarre St. Josef nach unserem Gottesdienst aufmachten, um mit tausenden anderen gegen das belgische Atomkraftwerk in Tihange zu demonstrieren.

Passiert ist seitdem auf der Seite derer, die mit dem Ausstieg aus der Atomkraft rasch etwas ändern könnten, nichts!

 

Daran, was passiert, wenn man nichts gegen diese hoch gefährlich Energieform tut, erinnert das Reaktorunglück in Tschernobyl am heutigen 26.4.2021 vor exakt 35 Jahren.

 

Ich kann mich noch mehr als gut an unsere Sorge als Eltern um unsere Kinder - natürlich auch um uns selbst-an diesem Tag erinnern. Viele jedoch scheinen diese Erinnerung längst verdrängt oder schlicht vergessen zu haben.

 

Wessen Erinnerung an diesen GAU aus welchem Grund auch immer nicht mehr vorhanden ist oder wer schlicht zu dieser Zeit noch nicht lebte, den kann und will ich auch ganz bewusst mahnend erinnern: An eben diesem 26. April 1986 explodierte im AKW Tschernobyl im Norden der heutigen Ukraine der Block 4 des Reaktors und diese Nuklearkatastrophe gilt auch heute noch als bisher schwerster Unfall in einem Kernkraftwerk. Die übrigen Reaktorblöcke 1 bis 3 wurden in einem Akt unglaublicher Ignoranz erst zwischen 1991 und 2000 außer Betrieb genommen.

 

Während die Sowjetunion, auf deren damaligem Staatsgebiet der Unfall passierte, die Folgen herunterspielte und geradezu verharmloste, schätzt die Organisation Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) jedoch, dass ungefähr 125.000 Menschen, darunter Einwohner von Pripjat sowie Arbeiter , an den Folgen der Strahlung gestorben sind. Offiziell wurde abgestritten, dass die Strahlung größere Auswirkungen auf die Bevölkerung hatte und haben wird. Jedoch wurden laut Untersuchungen bis zu 8 Millionen Einwohner dem radioaktiven Niederschlag ausgesetzt. Die Folge: Die Zahl der Fälle von Schilddrüsenkrebs ist signifikant angestiegen und lässt sich seit langem nicht mehr von den Regierungen klein reden. Hinzu kommen erhöhte Raten von Leukämie sowie Brust-, Haut- und Darmkrebs unter der Bevölkerung. Schätzungen zu Folge werden bis 2065 ungefähr 16.000 Schilddrüsenkrebserkrankungen und 25.000 sonstige Krebserkrankungen zusätzlich auftreten.

 

Ich erspare mir an dieser Stelle zu schreiben, welchen im Gegensatz dazu vergleichsweise kleinen Einschränkungen wir hier auch in der Region wegen dieses tausende Kilometer entfernten Reaktorunglücks ausgesetzt waren. Auch erspare ich es mir an dieser Stelle, die Folgen zu skizzieren, falls so etwas im Bröckelreaktor im nahen Tihange passieren sollte.

 

Meine Mahnung an alle, die es miterlebt oder davon gehört haben an diesem denkwürdigen 26. April 2021: Vergesst nicht! Denn darauf setzt die weiterhin mächtige Atom- und Energielobby! Und: Bleibt gegenüber Tihange auch weiterhin widerständig!

 

Wilfried Hammers